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Kursnummer: 192-11705

Info: Das Ende der DDR erfolgte zwischen 1989 und1990 in verschiedenen Phasen des Aufbruchs, des Übergangs, bis hin zu einer Löschung des Staates und der Auflösung der Gesellschaft der DDR. Es fand eine Vereinnahmung der DDR durch die BRD statt. Über eine Bewertung dieser Ereignisse und vor allem auch der daraus resultierenden Folgen werden sich die Teilbevölkerungen in Ost und West, die Parteienpolitiker, die Medien und die Behörden zunehmend mehr uneins.

In den Neuländern, ehemals DDR ist inzwischen die Meinung weit verbreitet, dass es niemals zuvor einen grösseren Unterschied zwischen Ost und West gab, als heute. Andere wiederum sagen, den Ostdeutschen ging es noch nie so gut wie heute. Wie kommen diese Meinungsdifferenzen zustande? Aus sozialwissenschaftlicher Sicht kann die neue Unvereinbarkeit von Ost und West als neuer Klassenkonflikt gesehen werden. Ich bezeichne diesen Klassenkonflikt als Assimilation- und Kulturkonflikt, den viele Ostdeutsche heute aus einer Entfremdung oder Exilierung von ihren eigenen Werten und Einstellungen, von ihrer Herkunft, ihren Kompetenzen und Kapitalsorten und vor allem von ihren Forderungen in der Herbstrevolution 1989 bis heute austragen. Es ist der Konflikt der sozialen Unterlegenheit und der politischen Fremdbestimmung den viele Neubürger in einem vom Westen beherrschten und verwalteten Osten wahrnehmen. Die Forderungen der Herbstrevolution 1989 wurden von einer neoliberale Invasion vereinnahmt, den Anschluss an die D-Mark und den Ausverkauf des Landes. Mit der neuen Währung wurden auch die Stimmen der Vielen ungültig, die für einen anderes Ziel angetreten sind: Meinungsfreiheit (Presse in Westhand), Konsumfreiheit (Verfestigte Armut im Osten), gesellschaftliche Partizipation (1,7% Ostdeutsche in gesamtdeutschen Eliten), Reisefreiheit (die heimischen Urlaube sind nicht mehr bezahlbar). Nach einem kurzen Geldrausch kam noch Ende des Jahres 1990 für Viele die Ernüchterung, denn dann griffen bereits die importierten Gesetze der BRD. Das Treuhandgesetz vom 17. Juni 1990 war nur ein Gesetzeserlass unter vielen. Hatten die DDR-Bürger genau dafür votiert?

Kosten: 0,00 €

Datum Zeit Straße Ort
08.11.2019 17:00 - 18:30 Uhr Max-Heimbucher-Straße 1 vhs Holzkirchen-Otterfing e.V.; vhs-Raum 06

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Dezember 2019